bei der Eröffnungsveranstaltung von Openreli 2014 hat Prof. Florian Bruckmann http://www.ku.de/thf/fundamental/team/pd-dr-f-bruckmann/ von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt einen Vortrag gehalten, den man hier nachhören

und hier nachlesen kann (was sich sehr empfiehlt, weil es beim Hören sehr schnell geht), vgl. http://www.openreli.de/die-aufzeichnung-des-startmeetings-ist-online/

Ich war so mutig, mich am Ende zu Wort zu melden. Der Vortrag zeigt eine sehr stark katholisch geprägte Perspektive auf das Thema. Sehr anregend fand ich die Unterscheidung von authentisch und glaubwürdig. Mir leuchtet ein, dass das nicht dasselbe ist, wie gern suggeriert wird. „Sei nur authentisch, dann kommst du glaubwürdig rüber“. Auch in der Ausbildung künftiger Pfarrer/innen ist Authentizität ein wichtiges Stichwort. Es hat mich schon während meiner Dissertation bewegt, stellt doch Sartre die Möglichkeit von Authentizität grundsätzlich in Frage.

Prof. Bruckmann (m. W. ist der bisher nur PD) hat in seinem Vortrag auf Charles Taylor verwiesen, das Zeitalter der Authentizität. Das ist sehr spannend nachzulesen in ders., Ein säkulares Zeitalter, S. 788-843. Ich habe mir den Wälzer gerade vorgenommen und finde ihn sehr gewinnbringend, auch und gerade für das Openreli-Thema. Charles Taylor stellt darin enzyklopädisch seine Sicht auf unsere Zeit dar, indem er die geschichtlichen Entwicklungen nachvollzieht. Er ist damit einer der großen Überwinder der klassischen Säkularisierungsthese, nach der die Religion immer mehr verschwinden wird, was sich schon soziologisch als falsch herausgestellt hat.

Bei Jean-Paul Sartre (Das Sein und das Nichts) hat mich seine grundlegende Analyse der Authentizität und der dabei unausweichlichen menschlichen Unaufrichtigkeit überzeugt, die nicht nur Kennzeichen des modernen Menschen ist, bei diesem aber besonders auffällt. Wer das nachlesen will kann es hier tun: (Bei google-Books fehlen immer ein paar Seiten, aber man bekommt einen Eindruck) http://books.google.de/books?id=mg88v087MPcC&lpg=PP1&dq=thomas%20ebinger%20authentizit%C3%A4t&hl=de&pg=PA63#v=onepage&q=thomas%20ebinger%20authentizit%C3%A4t&f=false 

Falls gewünscht ist, dass ich das nochmal etwas kompakter darstelle, zum Beispiel für das digitale Religionsbuch, einfach melden. Solche Texte schüttelt man nicht einfach aus dem Handgelenk …

Ich bin gespannt, wie es bei Openreli weitergeht und lade schon heute herzlich ein, am Donnerstag, Donnerstag, 13. November, 20:00-21:00 Uhr live dabei zu sein, wenn es um Bibelclouds geht, die ich zusammen mit Martin Wolters vorstellen werde. Dieser Termin und alle anderen hier: http://www.openreli.de/events/

Über die Unmöglichkeit von Authentizität
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