Ein Gastbeitrag von Gerhard Ziener,  Dozent und lieber Kollege am Pädagogisch-Theologischen Zentrum Stuttgart. Wie er dichtet bei uns keiner, das Weihnachtsgedicht kam so gut an, dass er zu Ostern auch eines vesprechen musste … Vielleicht kann jemand es verwenden in seiner Gemeindearbeit, man darf es aber auch einfach als Lyrik genießen.

Ostern

 

Es gibt für Einfaltspinsel Ostern
Heut‘ meist nur noch auf Insel-Postern.
Ins Meer sie drum bei Chile stechen
(das tun in großem Stile Tschechen),

wo sie dem Osterland zustreben
das ist ihr Ziel: am Strand zu leben.
Vor Steinskulpturn sie Hasen orten,
die dort, was sie nicht aßen, horten.

Aus Sand und mangels fester Normen
sieht man sie kleine Nester formen.
Drin liegen die gegarten Eier,
am Himmel alle Arten Geier.

 

Man will es mit der Sonne wagen,
man kann dazu auch Wonne sagen.
Das Meer umspült in Wellen Steiße
und Körper bräunen stellenweise.

 

Derweil zu Haus verstauben Glocken,
weil Menschen heut im Glauben stocken.
Der Urlauber im Sommerfrack
denkt: Ich bin doch kein frommer Sack!

 

Allein: wie soll man heute leben?
Man muss das Herz der Leute heben!
Nur: kann man es mit Gaben heben
und alles, was wir haben, geben?

 

Welch Glück, dass Gott das Geben liebt
und uns dafür das Leben gibt.
Die reine, ungechlorte Wahrheit
verspricht – mit einem Worte: – Klarheit!

 

Gerhard Ziener, zu Ostern 2014

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Ostern gerührt und geschüttelt
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