Kaum zu glauben, der erfolgreichste List-Post aller Zeiten hat sich nicht digital-viral verbreitet, sondern anfangs sehr schwerfällig auf zwei Steinen: Es sind die Zehn Gebote, die Gott dem Volk Israel gegeben hat. Dabei haben Gott und Mose sicher nicht den Affenblog gelesen und beherzigt: http://www.affenblog.de/list-post-ueberschriften/

An zwei Händen kann man bei den 10 Geboten abzählen, was für Juden und Christen wichtig ist. Bis heute wird das auswendig gelernt und das ist gut so – aber gar nicht so einfach. Deshalb heute zurückgehend auf eine Idee aus der Schweiz, die ich Barbara Schleuniger aus Zürich verdanke, Eselsbrücken zu jedem Gebot des Dekalogs. Auf dass nie wieder eine Pfarrerin oder ein Konfirmand die Zehn Gebote vergesse …

  1. Ich bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben mir. || Es gibt nur einen Gott.
  2. Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen. || Wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind (da bin ich mitten unter ihnen, auch ein beliebter Skatspruch, da er in Mt. 18,20 steht und man immer 18,20,2,3 etc. reizt)
  3. Du sollst den Feiertag heiligen. || Am Sonntag macht man drei Kreuze hinter die Arbeit einer harten Woche.
  4. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass dir’s wohlgehe und du lange lebest auf Erden. || Aus wie vielen Personen besteht die deutsche Normalfamilie? Aus vier:  Zwei Kinder, Vater und Mutter!
  5. Du sollst nicht töten. || Wie viele Finger hat die Hand, die das tödliche Messer hält? Fünf.
  6. Du sollst nicht ehebrechen. || Also: kein Sex mit Partner/innen, die verheiratet sind.
  7. Du sollst nicht stehlen. || Schneewittchen stiehlt den sieben Zwergen von den Tellern. (Im Originaltext der Gebrüder Grimm hier nachzulesen.)
  8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. || Sei achtsam mit der Wahrheit, besonders wenn es um Menschen geht.
  9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. || Ein Sudoku-Häuschen besteht aus neun mal neun Kästchen.
  10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh, noch
    alles, was sein ist. || Streck nicht deine zehnFinger begierig nach allem aus, was die anderen haben.

Dazu kann man ein schönes Spiel machen. Alle Konfis bzw Schüler/innen drehen sich im Kreis nach außen oder schließen die Augen. Die Gruppe versucht nun so von eins bis zehn zu zählen, dass keine Zahl von mehreren gleichzeitig ausgesprochen wird. Wenn das passiert, muss wieder von vorn angefangen werden. So weit ein bekanntes Gruppen-Spiel. Jetzt die Variante: Entsprechend der Zahl, bei der die Gruppe hängen bleibt, muss das Gebot von der ganzen Gruppe gemeinsam gesprochen werden. Vorher kann man noch die Eselsbrücke erwähnen. So lassen sich auf spielerische Art die zehn Gebote lernen, völlig ohne Mühe. Und sicher wird manche Gruppe einfordern: „Machen wir heute wieder das 10-Gebote-Spiel?“

Übrigens: Die Zählung oben ist lutherisch und auch in der katholischen Kirche so üblich. Die hebräisch-jüdische Tradition und die reformierte Kirche zählen das Bilderverbot als zweites Gebot und müssen damit nicht das letzte Gebot so merkwürdig aufspalten. Es wird beim Aufsagen ohnehin gern zusammen gefasst als 9. und 10. Gebot. Schön übersichtlich findet man die Zählvarianten des erfolgreichsten List-Posts aller Zeiten hier bei Wikipedia.

P. S. Ich weiß, ich weiß. Manche Eselsbrücken wirken etwas weit hergeholt. Wer noch bessere Vorschläge hat, darf sie gern in den Kommentaren posten.

Der erfolgreichste List-Post aller Zeiten – die zehn besten Eselsbrücken zu den zehn Geboten
Markiert in:        

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.