Der Bibeltext enthält steile und provozierende Sprüche zum Thema Familie und Nachfolge. Sie passen nicht zu einer bürgerlichen Moral, die Familie als Wert hochhält und meist auch mit dem christlichen Familienideal identifiziert wird. Deshalb ist der Text eine Chance für alle Jugendlichen, die in einer nichtkonventionellen Familie leben, wo es durchaus vorkommen kann, dass man an der Beerdigung des eigenen Vaters nicht teilnimmt.

Beim Thema Nachfolge ist es wichtig, zu einem symbolischen Verständnis der Wegmotivik zu kommen. Es ist klar, dass Christen heute nicht wie Jesus ein Leben auf der Straße von der Hand in den Mund führen sollen. Die Basisbibel erläutert schön „Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.“

Gestaltungsideen

Die Konfis könnten nach einer gemeinsamen Erschließung des Textes drei kurze Anspiele gestalten, die die Themen der Nachfolgesprüche aufgreifen und sie in die heutige Zeit übertragen:

  1. Wer Jesus nachfolgt, muss sich auf ungesicherte Verhältnisse einlassen, wird womöglich nicht immer ein Dach über dem Kopf haben.
  2. Wer Jesus nachfolgt, muss (manchmal) seine Familie vernachlässigen.
  3. Wer Jesus nachfolgt, muss sich konsequent auf die Zukunft ausrichten und die Vergangenheit vergangen sein lassen.

In ländlichen Gebieten lässt sich vielleicht ein alter Pflug organisieren, den man durch die Kirche ziehen kann, einmal mit dem Blick zurück in Kurven, einmal mit dem Blick nach vorn auf das Kreuz in gerader Linie.

Und das Elterngebot?

Spannend ist es, den Text mit dem Elterngebot in Verbindung zu bringen. Mögliche Fragen an Konfis, deren Ergebnisse sie in den Gottesdienst mit einbringen können:

  • Welche Gründe könnte es geben, die Beerdigung des eigenen Vaters oder der eigenen Mutter nicht zu besuchen?
  • Was heißt es, seine Eltern zu ehren.
  • Wie steht ihr zu dem Satz: „Eltern sollten im Alter nicht das zurückerwarten, was sie in ihre Kinder investiert haben. Was man von seinen Eltern empfangen hat, soll man seinen Kindern weitergeben.“
  • Wie und wo kann die Gemeinschaft von Christen als Schwestern und Brüder mit dem einen Vater im Himmel (familia dei) zum Ersatz der Herkunftsfamilie oder sogar zur eigentlichen Familie werden? Wo habt ihr das schon einmal erlebt?

Musik

Das Lied von Albert Frey „Dreimal“ (Werd ich dir folgen) greift am Beispiel von Petrus u. a. das Bild vom Pflug auf, es könnte mit Konfis angeschaut und im Rahmen der Predigt eingespielt werden (http://youtu.be/8y913YwM4b8 mit Herz-Bildern).

 

Konfi-Impuls zum Sonntag Okuli – Lukas 9,57-62

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