Mika Sinn, Laura Sombrino, Wortzeichnen. Mit Symbolen und Bildern erzählen, buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2018, 190 S., 19,95 Euro

Visualisierung gehört schon immer zu gutem Unterricht. Das gute alte Tafelbild hat noch lange nicht ausgedient. In der Arbeit mit Kindern haben sich die Methoden gewandelt – Flanellbilder wird heute kaum noch jemand einsetzen –, aber die Prinzipien sind die gleichen geblieben: Alles, was gut mit Bildern veranschaulicht wird, ist leichter verständlich und bleibt besser hängen. So ist es nur zu begrüßen, dass durch die digitalen Verbreitungsmöglichkeiten Sketchnotes, Lettering und Visual Recording zum Megatrend geworden sind. Teil dieses Trends ist auch das wunderbar gestaltete Ringbüchlein von Mika Sinn und Laura Sombrino. Ein Praktiker der Jugendarbeit und Sketchboard-Experte hat sich mit einer Grafikdesignerin zusammengetan, um ein ausführliches visuelles Vokabular zusammenzustellen. Dieses umfasst vor allem häufig gebrauchte abstrakte und theologische Begriffe und füllt damit eine echte Marktlücke.

Nach einem kurzen Theorieteil und einer Einführung in die Besonderheiten von Flipchart, Sketchboard, Whiteboard und Kreidetafel folgen hilfreiche Tipps für den Aufbau der Skizzen und die farbliche Gestaltung.

Anschließend werden in alphabetischer Reihenfolge 133 Begriffe von „Abhängigkeit“ bis „Zukunft“ als Skizze einschließlich der Entstehungsreihenfolge dargestellt. Das ist besonders für Anfänger/innen hilfreich, weil sie vorzeichnen können und erst mit den einfachen letzten Strichen klar wird, was gemeint ist. Es ist gar nicht so einfach, selbst auf diese Ideen zu kommen und erspart viel Mühe. Schön veranschaulicht sind z. B. Begriffe wie Demut, Erziehung/Pädagogik, Erschöpfung, Feind, Freiheit, Schuld, Vergangenheit, Vergebung oder Vision. Alternativ zum Hauptvorschlag gibt es bis zu fünf Alternativen – die Geschmäcker sind schließlich unterschiedlich.

Ein allgemeiner gehaltener Anhang bietet ein brauchbares visuelles Vokabular für die Darstellung von Emotionen, Tieren, Früchten, Kleidung, Sport und Alltagsgegenständen. Dies macht die Anschaffung anderer Bücher nahezu überflüssig. Ohnehin lassen sich Skizzen auch leicht durch eine Bildersuche im Internet(„Clipart“, „Sketchnote“ oder „bikablo“ und gesuchter Gegenstand) finden.

Ein Stichwortverzeichnis am Ende hilft dabei, auch für ungewöhnlichere Begriffe schnell das richtige Bild zu finden.

Ich finde: ein absolut gelungenes, sehr verdienstvolles Buch, in dem viel Hirnschmalz steckt. Man sollte es sich selbst gönnen und kann es auch gut als Mitarbeitergeschenk nehmen für alle, die mit Konfi-, Kinder- oder Jugendarbeit zu tun haben.

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Rezension “Wortzeichnen. Mit Symbolen und Bildern erzählen”
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