Konfis leben in einer digitalen Welt. Mindestens WhatsApp gehört zum Alltag, viele schauen regelmäßig Youtube-Filme. Manche nutzen Dienste wie Instagram, Snapchat oder – auch das soll es noch geben – das mittlwerweile alt gewordene Facebook. Mit Hilfe von Apps wie musically können Jugendliche im Konfi-Alter zu echten Influencern werden (siehe http://www.zeit.de/2017/17/musical-ly-lena-lisa-instagram-playback).  Wie attraktiv es ist, sich mit seinen Produkten oder gar mit vielen Selfies im Netz zu zeigen, sehe ich an meinem Sohn, der zu Recht stolz ist auf seinen Youtube-Channel (https://www.youtube.com/channel/UC30-vylsNbXrDp9laZuE4Pg) und für seinen besten Film schon über 200 Aufrufe geschafft hat.

Bloggen mit Konfis – muss das sein?

Praktisch jede Kirchengemeinde hat heute eine eigene Internetseite, die mehr oder weniger aktuell ist. In einem großen Kraftakt hat man sich die Mühe gemacht und die statischen Inhalte eingepflegt, dann lädt die Sekretärin jede Woche den Wochenplan hoch. Fertig.

Soll die Seite aktuell sein, macht das oft genug die Pfarrerin, häufiger der Pfarrer selbst, stellt Bilder vom Gemeindefest online oder von der Heizungssanierung im Gemeindehaus.

Ein echter Blog geht noch einen Schritt weiter: Da gibt es nicht nur statische Inhalte, sondern man kann Beiträge kommentieren, es gibt Schnittstellen zu verschiedenen Social Media Diensten. Anders als eine statische Internetseite ist ein Blog oft chaotisch, wild und bunt. Und wird auffällig oft geklickt, denn es passiert ja ständig etwas Neues.

Natürlich muss ein Blog mit Konfis nicht sein. Bei meiner Recherche habe ich erstaunlich wenige echte Konfi-Blogs gefunden (siehe unten). Viele Gemeinden haben eine Konfi-Kategorie in ihrer normalen Homepage. Auch das ist gut und schön und sollte eigentlich Standard sein. Aber ich bin der festen Überzeugung: Ein Blog mit Konfis ist ein wunderbarer Schatz, der – wenn er über Jahre gepflegt wird – zu einer nachhaltigen Konfi- und Jugendarbeit führt. Er wird zu einem Bilderbuch mit wertvollen Erinnerungen. Letztlich eine Investition, die nicht nur Arbeit macht, sondern auch Arbeit spart. Und vor allem Spaß macht.

Gelungene Beispiele

Heddesheim (Baden)

Link: http://konfiblog-heddesheim.blogspot.de/

KonfiZone Schefflenz

http://konfi-schefflenz.de

Kleinmachnow (bei Berlin/EKBO)

http://konfirblog.blogspot.de   vgl. http://www.ev-kirche-kleinmachnow.de/glauben-leben/konfirmation.html

Engstlatt und Auf Schmiden (Württemberg)

Link: https://2017konfis.com

Konfi-Camp-Blog der Kirchengemeinde Stuhr bei Bremen

Link: http://konfi-camp.kirche-stuhr.de

Technische Tipps

Wie startet man einen Blog? Was gilt es zu beachten?

Die führende Software ist unbestritten WordPress. Dafür gibt es auch Handy-Apps (für Android und für iOS), mit denen man Bilder direkt hochladen und Texte verfassen kann. Allerdings gibt es inzwischen auch schlankere Blogging-Systeme, die eine echte Alternative darstellen (siehe http://t3n.de/news/wordpress-alternativen-cms-783756/).

Wie bekommt man einen WordPress-Blog ins Internet? In aufsteigender Reihenfolge, was die technischen Herausforderungen angeht, hier einige Empfehlungen, mit denen ich selbst schon Erfahrungen gesammelt habe:

  1. wordpress.comHier kann man sich kostenlos einen Blog anmelden, der mit eingeblendeter Werbung finanziert wird. Da auf dieser Plattform viele Blogger angemeldet sind, die Beiträge liken und kommentieren, bekommt man relativ schnell Resonanz. Viele Themes und Plugins (Layouts) sind vorinstalliert. Es ist leicht, Beiträge per Email zu abennieren. Wer mehr Möglichkeiten will, etwa einen eigenen Domain-Namen, muss bezahlen. Mit WordPress habe ich einen Blog für unser Projekt mit Flüchtlingen erstellt: https://birkenblaetter.wordpress.com
  2. blogs.rpi-virtuell.de: Auch hier bekommt man kostenlos einen Blog mit vorinstallierten Plugins. Dieser Blog ist Teil des rpi-virtuell-Netzwerks, in dem viele Religionspädagog/innen und Pfarrer/innen unterwegs sind. Es gibt einen freundlichen Support im Hintergrund, der bei technischen Problemen hilft. Der verfügbare Speicherplatz ist ziemlich beschränkt, kann aber erweitert werden. Eine eigene Domain ist möglich.
  3. Ein echter Hosting-Provider bietet die größte Flexibilität, allerdings muss man sich auch um viele technische Dinge selbst kümmern. Wenn man mal wieder das Backend (die Administrationsebene) nicht erreicht, ist guter Rat teuer. Erst recht, wenn ein Virus in den Server eingedrungen ist, wie uns das bei http://www.konfi3.de schon passiert ist. Mein Blog läuft seit langem problemlos für wenig Geld bei http://www.nethosting4you.de/, einem kleinen Provider aus Hamburg mit gutem Support und extrem günstigen Einstiegspreisen. Schon für 2,49 Euro im Monat kann man hier einen Blog anlegen mit allen Freiheiten, die das Web bietet.
  4. Uberspace ist mein Geheimtipp für alle, die Lust auf Experimente und keine Angst vor Technik haben. In Minutenschnelle ist hier eine Nische auf einem Server eingerichtet. Mit Hilfe dieser Anleitung https://wiki.uberspace.de/cool:wordpress hat man ruck zuck sein WordPress am Laufen. Im ersten Monat ist alles kostenlos, danach darf man von einem Euro monatlich an aufwärts festlegen, was einem dieses einmalige Angebot wert ist. Wer hier Hilfe braucht, bekommt sie auch, sollte dann aber fairerweise auch mehr bezahlen.

Ab in die private Nische

Nicht alles, was man im Konfi macht, muss man der ganzen Welt zeigen. Es gibt zwei Möglichkeiten, für einzelne Beiträge mehr Privatsphäre zu schaffen:

  1. Man kann Beiträge bei der Sicherheit auf „privat“ stellen, dann können ihn nur angemeldete Nutzer des Blogs sehen.
  2. Man kann ein Passwort vergeben und dieses per Email oder mündlich zugänglich machen.

Und die Bildrechte?

Ein besonders heikler Punkt sind Bilder. Natürlich lebt ein Blog von vielen schönen, ungewöhnlichen, auch schrägen Bildern. Aber für die braucht es unbedingt Einverständniserklärungen, sonst hat man zusätzlich zu den steigenden Zugriffszahlen schnell ein paar Gerichtstermine. Es empfiehlt sich, bei der Anmeldung das Anliegen des Blogs vorzustellen und die Eltern unterschreiben zu lassen, dass sie mit der Veröffentlichung von Bildern einverstanden sind. Wenn die Einverständniserklärung für einzelne Jugendliche nicht vorliegt, dürfen sie auf keinem Bild erscheinen. Mit dem Auflisten von Namen sollte man sehr zurückhaltend sein, weil die Bilder über Suchmaschinen sehr viel leichter gefunden werden.




Welche Aktionen und Themen eignen sich?

Für die Darstellung im Blog eignen besonders produktorientiert erarbeitete Themen. Hier lassen sich die Ergebnisse schön als Foto darstellen, genauso wie die dazugehörigen Botschaften, die die Konfis selbst entwickelt haben. Exkursionen und erlebnispädagogische Aktionen sind toll. Man kann auch versuchen, direkt im Blog eine Diskussion zu führen und Meinungen zu sammeln. Auch spezielle Fotoaktionen (siehe http://www.methoden-tool-pool.de/methode/fotosafari/), bei denen man z. B. im Ort Kreuze fotografiert, lohnen sich.

Was ich bisher leider nirgends gefunden habe: Offensichtlich von Konfis selbst verfasste Beiträge oder gar ein Blog, der komplett ihre Handschrift trägt. Da ist noch Luft nach oben …

Hinweis: Diesen Beitrag habe ich für einen Workshop in Loccum bei der Werkstatt Konfirmandenarbeit im August 2018 erstellt (siehe http://www.rpi-loccum.de/veranstaltungen/konfirmandenarbeit/2017-08-14_tp). Ich finde es super, dass man in Loccum das Thema digitale Bildung mit Konfis so beherzt angeht.

Ich habe zwar einige Zeit recherchiert, um schöne Konfi-Blogs zu finden, bestimmt sind das aber noch nicht alle. Über Ergänzungen und weitere Anregungen zum Thema freue ich mich unten in den Kommentaren.

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Bloggen mit Konfis
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2 Gedanken zu „Bloggen mit Konfis

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